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  • Thorsten Gutmann

„die trümmer waren unser spielplatz“

Aktualisiert: 19. Jan.

eugen gutmann ist ein freiburger urgestein. die häuser der stadt sind sein lebensschicksal: 1944 überlebte er als baby nur mit glück eine amerikanische bombe auf sein elternhaus, als Kind spielte er in den Trümmern der Stadt und brachte Eisenteile zu gutem Geld. Mit 13 Jahren ist er fertig mit der Schule und beginnt eine Lehre bei einem Freiburger Bauträger. Im Oktober 1971 gründet der Selfmademan sein eigenes Immobilienunternehmen, das heute als Familienbetrieb in zweiter Generation weiterlebt.


„In meiner Kindheit hat die Kugel Eis fünf Pfennig gekostet“, erinnert sich mein Vater. Es ist ein heißer Sommerabend in einem Freiburger Eiscafé. Eine Kugel kostet 1,70 Euro, fast 70-mal mehr als früher. „Ich ging zur Lessingschule, davor war immer ein kleiner Eiswagen.“ Papa kennt Freiburg wie die eigene Westentasche. Nicht nur, weil sein Immobilienunternehmen seit mehr als 50 Jahren hunderte Häuser in der ganzen Stadt verwaltet, sondern weil er bis auf eine kurze Episode sein gesamtes Kinder- und Erwachsenenleben in Freiburg verbracht hatte.


Eugen erblickte das Licht der Welt am 10. Juli 1944 im seit langer Zeit geschlossenen Marienkrankenhaus. „Nur wer hier geboren wurde“, schreibt eine Lokalzeitung in einem Erinnerungsstück über das Gebäude unweit des Dreisamufers, dürfe sich „mit Fug und Recht als waschechtes Bobbele bezeichnen“. Doch nur wenige Monate nach seiner Geburt hätte sein junges Leben beinahe ein dramatisches Ende gefunden: Am 27. November 1944 schlug eine amerikanische Bombe in seinem Elternhaus ein. Dass Eugen überlebte, ist wohl einzig dem Überlebensinstinkt seines Vaters zu verdanken.


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